Bienenflucht

Ernte

Unser Honig wird „kaltgeschleudert“! Natürlich, wie denn sonst? Honig wird immer kaltgeschleudert. Ach, ja?! Wie funktioniert das nun genau?

Einen Tag vor der Ernte gehen wir zu den Bienen und bauen eine „Bienenflucht“ ein. Hä? Nun, bisher bestand der Stock aus einem Boden, darauf zwei Bienenkisten, in denen das Volk brütet und die Königin herumläuft um am Tag bis zu 2000 Eier zu legen. Darüber gab es ein Absperrgitter, das die Königin (die Drohnen auch, denn das sind dicke „Willis“) davon abhielt in die Honigräume darüber zu klettern und im Falle der Königin, dort Eier zu legen. In diesen Bereich, dem Honigraum, der aus einer, bis zu im Normalfall drei Kisten besteht, lagern die Arbeiterinnen den Honig ein, sonst nichts. Das Absperrgitter ersetzen wir nun durch diese Bienenflucht (siehe Bild). Sie erlaubt es den Bienen nur in die eine Richtung, nämlich vom Honigraum zum Brutraum zu laufen und nicht andersherum. Da jede Biene einmal täglich der Königin einen Besuch abstattet, wird sie innerhalb der nächsten 24 Stunden durch die Bienenflucht klettern und nicht wieder zurückkommen. Gut für uns, wir können am nächsten Tag die Honigräume abnehmen, ohne Tausende von Bienen abschütteln zu müssen.

Die einzelnen Waben werden nun in eine Schleuder eingesetzt und mit Muskelkraft oder elektrisch in Drehung gebracht – kalt! Dabei fliegt der Honig durch die Zentrifugalkraft an den Rand der Schleuder, fließt nach unten und schließlich durch zwei Siebe in unseren Honigeimer.